News zum autonomen Fahren {KW03/2019}

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von der CES 2019 in Las Vegas und analysiert eine schwierige Situation für die traditionsreichen deutschen Autohersteller: Gerade beim autonomen Fahren sei die Konkurrenz von neuen Unternehmen aus dem Silicon Valley stark, die ein höheres Tempo gehen und ein höheres Risiko eingehen könnten als die Etablierten. Konkret beleuchtet der Bericht die Probleme, die Audi bei der Vermarktung seines Top-Modells A8 hat: Das Auto wurde von den Ingolstädtern bereits bei Markteinführung im Jahr 2017 als erstes Serienfahrzeug der Welt gerühmt, das auf SAE-Level 3 fahren können (Presseecho: „Audi ist ein Level weiter“). Jetzt zeige sich aber, so die Süddeutsche Zeitung, dass der A8 hinter den Erwartungen zurück bleibe und die Automatisierungsfunktion (der sogenannten „Staupilot“) in „in dynamischen Staus und in Baustellen an seine Grenzen“ stoße. Zudem gibt es Probleme mit den Regulierungsbehörden: Die für die europäische Zulassung des Systems notwendige, sogenannte ECE-Homologation, die vom United Nations Economic Commission for Europe erarbeitet wird, soll frühestens in diesem Jahr erfolgen — also mindestens zwei Jahre nach Vorstellung der entsprechenden Hardware durch den Hersteller. Der Einsatz in den USA ist aufgrund regulativer Unsicherheit unwahrscheinlich.

Robot delivery startup Udelv partners with Walmart and Baidu
Self-driving delivery is less risky than ride-hailing.
Das Tech-Portal „The Verge“ berichtet über die Kooperation des Startups Udelv mit Walmart und dem chinesischen Suchmaschinengiganten Baidu, der eine eigene Plattform für das autonome Fahren entwickelt. Die News reiht sich ein in weitere Meldungen zu Unternehmenskooperationen, die autonome Fahrzeuge im Rahmen eines Lieferservices im Einzelhandel einsetzen wollen. Diese Anwendungen sind insofern attraktiv, als die damit verbundenen Risiken natürlich ungleich geringer sind als bei Robotaxi-Services, wo nicht Waren, sondern Menschen transportiert werden sollen.

Die FAZ berichtet über mögliche Angriffsvektoren auf autonome Fahrzeuge. Die europäische Cybersicherheitsagentur Enisa will bald einen dahingehenden Leitfaden für die Automobilindustrie vorlegen. Währenddessen hat Tesla, das bereits 2014 ein sogenanntes Bug-Bounty-Programm ins Leben gerufen hat, um die Softwarequalität ihrer Fahrzeuge zu verbessern und mithin auch die Wahrscheinlichkeit für Angriffe zu mindern, ein Model 3 dem Hacking-Contest Pwn2Own zur Verfügung gestellt. Es ist das erste Mal, dass ein Auto in dem Wettbewerb zum Zielobjekt der Hacker gemacht wird und man muss Tesla Tribut für den Schritt zollen: Denn ein schneller, müheloser Hack wäre klar mit einem Ansehensverlust für das Unternehmen verbunden. Insofern darf man davon ausgehen, dass die Kalifornier der Güte ihres Codes großes Vertrauen schenken.