News zum autonomen Fahren {KW02/2019}

Some residents have responded to Waymo’s autonomous vehicle project by slashing tires, pelting vans with rocks and even drawing a gun on a vehicle.

Schon Niklas Luhmann wusste: Legitimation ist mitunter das Produkt eines Verfahrens. Wobei dabei die Kontingenz des Verfahrens eine besondere Rolle spielt: das Ende ist offen, die Beteiligten können Einfluss auf den Verlauf und mithin das Ergebnis nehmen. Werden Betroffene jedoch unvermittelt und ohne die Möglichkeit einer Intervention mit einem Verfahrensergebnis konfrontiert, mit dem sie nicht übereinstimmen, dann leidet die Legitimation. Insofern darf einen die Reaktion zahlreicher Betroffener in Phoenix, Arizona nicht unbedingt wundern, die von verbal geäußerter Gegnerschaft bis zu offenem Vandalismus reicht: Die Opposition gegen die Gegenwart und das Wirken der hochautomatisierten Testfahrzeuge ist real und die New York Times berichtet. Zahlreiche Betroffene berichten, dass sie sich als ungefragte Teilnehmer in einem riesengroßen öffentlichen Versuchsaufbau hilflos fühlen, obwohl sie der Technik grundsätzlich positiv gegenüber stehen:

“They said they need real-world examples, but I don’t want to be their real-world mistake,” said Mr. O’Polka, who runs his own company providing information technology to small businesses. “They didn’t ask us if we wanted to be part of their beta test,” added his wife, who helps run the business.

Das Zitat verdeutlicht unter anderem: ein einzelner Unfall mit Todesfolge wie der von Elaine Herzberg im März 2018, die als erste Fußgängerin von einem hochautomatisierten Uber-Testfahrzeug getötet wurde, hallt lange nach und beschädigt die Glaubwürdigkeit der Industrie massiv: Der „real-world mistake“, den Herr O’Polka anspricht, ist keine theoretische Option mehr, sondern ein tatsächliches Risiko.


The self-driving vehicle evangelists are uniting. A number of major automakers, technology companies and organizations with a stake in autonomous vehicles, including Audi, Aurora, Cruise, GM, Mobileye, Nvidia, Toyota, Waymo and Zoox has formed a coalition to spread the word about advanced vehicle t?

Auf der CES 2019 in Las Vegas haben zahlreiche Fahrzeughersteller und AV-Unternehmen die Gründung einer neuen PR-Agentur angekündigt. Die „Partners for Automated Vehicle Education“ (PAVE) sei keine „Lobby-Organisation“, sondern man sehe ihre Aufgabe darin, Information und Bildung über autonome Fahrzeuge voran zu bringen: „“We want people to understand the benefits and the limitations“, so Deborah A.P. Hersman, CEO der Non-Profit-Organisation National Safety Council.


Wenn man in Las Vegas ein Taxi bestellt, wird man häufig von einem autonomen Auto abgeholt: Wir haben eines von 30 Aptiv-Lyfts ausprobiert.

Der Automobilzulieferer Aptiv (ehemals Delphi) hat in Kooperation mit dem Taxi-Service Lyft auf der CES 2019 ein paar hochautomatisierte 5er BMW herum fahren lassen und ein Heise-Redakteur durfte zum Testride Platz nehmen.  Aptiv/Lyft scheinen dabei das zu zeigen, was man zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Technikentwicklung erwartet: Backupfahrer hinter dem Steuer, solide Fahrkünste der AI, enges Geofencing und mithin starke praktische Einschränkungen für einen möglichen kommerziellen Einsatz. Das wird, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, nicht reichen, um die wachsenden Zweifel an einer zeitnahen „Revolution“ des autonomen Fahrens auszuräumen.