News zum autonomen Fahren {KW49/2018}

California Highway Patrol officers used a clever trick to stop a Tesla going 70 mph with a sleeping man at the wheel. www.wired.com

Wozu Fahrassistenzsysteme nicht alles taugen: Die kalifornische Highway Patrol bemerkte in der letzten Woche einen betrunkenen Tesla Model S-Fahrer, der hinter dem Lenkrad offensichtlich eingeschlafen war. Die Polizisten stoppten das Fahrzeug, indem sie sich vor das Model S setzten und ihre Geschwindigkeit sukzessive verringerten. Der Abstandsregeltempomat im Tesla tat korrekt sein Dienst, so dass das Fahrzeug zum Stehen gebracht werden konnte. Aber wieso konnte der Model S-Fahrer überhaupt ungestört in seinem Fahrzeug schlafen? Der Fall wirft Fragen auf nach dem sogenannten driver monitoring system (DMS) in automatisierten Fahrzeugen. Diese können den Fahrer überwachen und etwa das Fahrzeug anhalten oder den Fahrer warnen, wenn dieser nicht mehr adäquat reagiert. Tesla wurde in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass es auf ein ausgeklügeltes DMS, das etwa die Augenbewegungen des Fahrers überwacht und so auch registrieren würde, wenn der Fahrer schläft, verzichtet. Zwar muss der Fahrer im Tesla von Zeit zu Zeit die Hände wieder ans Lenkrad nehmen, um dem System „Bereitschaft“ zu signalisieren – der Drehmoment-Sensor am Lenkrad des Teslas ist aber recht einfach mit allerlei Obst, Gemüse oder Wasserflaschen auszutricksen, wie zahlreiche YouTube-Videos zeigen. Auf einen kapazitiven Sensor, der im Lenkrad verbaut werden könnte, verzichtet Tesla im Gegensatz zur Konkurrenz ebenfalls.


Auch im Logistikgeschäft sorgen hochautomatisierte Fahrzeuge weiter für Nachrichten: Wie die Financial Times berichtet, erwarten das schwedische Startup Einride und die Deutsche Bahn-Tochter DB Schenker grünes Licht der schwedischen Behörden für den Betrieb des elektrischen, hochautomatisierten LKWs „T-Pod“. Das Transportfahrzeug basiert auf Nvidias Drive Plattform und soll SAE-Level-4 erreichen. Vorerst würde „T-Pod“ aber nur wenige hundert Meter auf öffentlichen Straßen fahren.


The AV Start Act would collect crash information for Level 2 systems like Tesla?s Autopilot

Die Verabschiedung des AV Start Act (ehemals: Selfdrive Act), mit dem der US-Kongress die Regeln für das automatisierte Fahren bundesweit harmonisieren will, nimmt nach einer fast einjährigen Hängepartie wieder Fahrt auf. Nach einem Bericht des Magazins The Verge wurden mit einem neuen Entwurf des Gesetzes zahlreiche Bedenken ausgeräumt, die insbesondere von Seiten der Demokraten hinsichtlich Sicherheit, Daten- und Rechtsschutz aufgeworfen worden waren. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würden zahlreiche regulative Schranken auf Bundesebene fallen und die meisten Beobachter sehen darin einen entscheidenden Stimulus für die Entwicklung der Technik in den USA.